Kunst zum Anfassen

By 21. September 2015Oktober 10th, 2015Aktuelles

Kunst zum Anfassen

Die Kunststiftung Baden-Württemberg macht Station am Schlossgymnasium Künzelsau

Manchmal erinnern sich Schülerinnen oder Schüler gerne an ihre ehemalige Schule. So hat Bernd Georg Milla, ein ehemaliger Semi und heutiger Geschäftsführer der Kunststiftung Baden-Württemberg, die Idee geboren, mit der aktuellen mobilen Ausstellung der Kunststiftung im Künzelsauer Schlosshof Station zu machen. Die Ausstellung ist in einem kleinen Wohnwagen untergebracht, so dass leicht alles eingepackt und an den nächsten der insgesamt 7 Orte gefahren werden kann.

Isabell Ohst, Stipendiatin der Kunststiftung im Bereich Kulturmanagement, organisiert die Tour und konnte im Kunsttrailer einige Kunstwerke von Stipendiaten aus dem Bereich der Bildenden Kunst zeigen: Handtücher, Bierdeckel, Bilder, ein T-Shirt und manches mehr. Was zu groß zum Mitnehmen war, wurde auf Kunstpostkarten gedruckt, die ebenfalls zum Betrachten ausgestellt waren. Alle Künstler haben sich mit dem Thema „Reise“ auseinandergesetzt und so soll die mobile Schau moderne Kunst eben auch außerhalb Stuttgarts, im ländlichen Raum erfahrbar machen.

Weitere intensive Erfahrungen mit zeitgenössischer Kunst wurden am Abend in der Aula des Schlossgymnasiums geboten. Zwei Schriftsteller, Jan Snela und Felix Schiller, lasen eigene experimentelle Texte und Ephraim Wegner präsentierte ein crossover aus elektronischer Musik und darauf abgestimmten Videoprojektionen. Letzteres wurde von einigen Zuhörern durchaus als anstrengend empfunden; aber wer sagt denn, dass neue Erfahrungen immer leicht sein müssen.

Zur Abrundung der Kunstaktion am Semi waren am nächsten Schultag einige Oberstufenschüler eingeladen, sich selbst im kreativen Schreiben zu erproben. So sollten sie beispielsweise Sätze schreiben, in denen nur Wörter mit „i“ vorkommen. Jan Snela hatte den Schülern außerdem vorab als Aufgabe gegeben, eine seiner Kurzgeschichten weiterzuschreiben. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten begeistert und stellten sich gegenseitig ihre Ergebnisse vor, die dann ausführlich diskutiert und kommentiert wurden. Vielleicht kann bei der Fortführung des Workshops bald ein neues Schriftstellertalent entdeckt werden.